
Über Dirk

Hallo,
ich bin Dirk, Architekt, 1967 in Hameln geboren und seit 2018 dort Denkmalpfleger. So direkt wie dieser Satz war der tatsächliche Weg allerdings nicht.
Man erwacht ja nicht morgens nach der Diplomprüfung und sagt sich: Ich mache jetzt auf Altbau. Dafür waren die Vorlesungen zur Baugeschichte dann doch zu ermüdend. Nein, eher voller Idealismus, Kreativität und fest entschlossen, Architektur neu zu erfinden, schlug ich damals die Augen auf.
20 Jahre später und nach verschiedenen beruflichen Stationen ein neuer Weg. Die Zweifel an einer Architektur, die in Neubaugebieten und mit Investorenprojekten in der Gegend herumsteht, sitzen inzwischen tief. Dazu habe habe ich mal eine Kunstlehrerin gefragt, wie sie denn verhindere, dass ihre Schüler später so bauen wie die Eltern heute.
Ein Teil der persönlichen Baugeschichte ist sicher meine Ausbildung als Tischler. Im Handwerk zeigen sich inzwischen die gleichen Mängel wie in der entwurflichen Qualität der architektonischen Masse. Die sorgfältige Gestaltung historischer Bauten steht dagegen. Aber noch mehr zählt für mich das Gefühl in und um diese Gebäude.
Selbst im Verfall zieht alte Architektur noch magisch an. Da geht es mir nicht anders als den vielen Fotografen, Entdeckern, Bloggern, Bauhistorikern, Youtubern und Graffitikünstlern, die sich von den Lost Places faszinieren lassen. Man muss nur die Lücke im Bauzaun finden!
Dieser Blog beschreibt meinen Weg durch historische Räume und Orte. Gedanken und Assoziationen tauchen dabei ganz unerwartet auf. Verbindungen sind zufällig und nicht systematisch. Oft hat es etwas mit den Menschen zu tun, die in den Häusern lebten und ihren Geschichten, die uns bleiben. Davon möchte ich hier gerne mehr erzählen. Die Fotos zu diesen Momenten sind mit dem Smartphone aufgenommen, spontan wie die Begegnungen und Augenblicke. Von Stadtpunkte zu Standpunkte ist es nur eine kleine Buchstabenverschiebung. Genauso sind meine Gedanken gemeint. Die sehr langen Texte werden der ungeduldigen Instagram Generation sicher nicht gefallen. Dass die digitale Flut von Bildern uns die Dinge besser verstehen lässt, ist allerdings ein Mythos.
Übrigens hilft mir dieser Blog auch privat. Alles was ich hier berichte, ist dann schon einmal gesagt und muss nicht auch noch auf Ausflügen, im Urlaub, am Wochenende und eigentlich immer und überall wiederholt werden. Deshalb kommt die Idee zu diesem Schreibprojekt auch von meiner Familie…
Aber die Stadt erzählt ihre Vergangenheit nicht, sie enthält sie wie die Linien einer Hand, eingeschrieben in die Ränder der Straßen, die Gitter der Fenster, die Handläufe der Treppengeländer, die Antennen der Blitzableiter, die Masten der Fahnen, jedes Segment seinerseits schraffiert von Kratzern, Sägespuren, Kerben und Schlägen.
Die unsichtbaren Städte – Italo Calvino